Campingbus selber bauen

Campingbus selbstgebaut: Dein Hotel auf Rädern

Campingurlaub ist momentan total im Trend. Mit unseren nützlichen Tipps kannst Du Dir Deinen eigenen Camper bauen und das leichter als vielleicht gedacht.

Der Urlaub steht an und Du möchtest nicht immer nur Pauschalurlaub machen? Da ist der Campingurlaub mit einem eigenen Bus eine gute Möglichkeit den Urlaub komplett nach Deinen Wünschen zu gestalten. Mit wenig Ausrüstung kann es schon losgehen, fragt sich nur wie? Wir zeigen Dir auf was Du achten musst, wenn Du Dir einen Campingbus selbst baust.

Die Vorbereitung

Bevor der eigentliche Ausbau Deines Campingbusses beginnt, solltest Du die folgenden Fragen klären. Möchtest Du Dein Fahrzeug nur für den Urlaub verwenden oder auch im Alltag? Wie viele Personen sollen im Bus Platz finden? Um eine Übersicht über die Kosten zu behalten, ist zu empfehlen sich im Vorfeld ein Budget  festzulegen. Als Letztes gilt es vor Baubeginn einen Zeitplan zu erstellen, damit der Camper bis zum Urlaub rechtzeitig fertig wird. Eine Grundausrüstung an Werkzeug ist ebenfalls hilfreich.

Das Fahrzeug für den Camper

Zuerst gilt es ein Basisfahrzeug für Dein „Wohnmobil“ zu wählen. Grundsätzlich kannst Du dabei zwischen einem kompakten Transporter oder einem großen Kastenwagen wählen. Mit einem Aufstelldach sind die Transporter auch im Alltag noch gut einsetzbar. Jedoch musst du eventuell im Innenraum Abstriche gegenüber dem Kastenwagen machen.

Egal für welche Variante Du Dich entscheidest, achte beim Kauf von gebrauchten Modellen darauf, dass die Fahrzeugtechnik keine großen Reparaturen benötigt. Und nehme den jeweiligen Grundriss als Basis für Deine Planung der Ausstattung.

Welches Dach darf es sein?

Bei der Wahl eines kompakten Transporters stellt sich die Frage nach dem Dach. Bleibt es beim Flachdach oder soll ein Aufstell- oder Hochdach angebaut werden? Das Aufstelldach liegt direkt auf der Karosserie auf und verursacht keine Probleme bei der Höhenkontrolle. Da es in der Regel aus Stoff besteht ist es nicht so schützend wie ein Hochdach aus GfK.

Campingbusse mit Aufstelldach
Campingbusse mit Aufstelldach ®Adobe Stock

Fenster im Campingbus

Bei gebrauchten Bussen hast Du oft nicht die Auswahl und eventuell hat der Bus zu wenig Fenster. Das ist jedoch kein Problem und kann nachgerüstet werden. Oft hat das sogar Vorteile, da nachträglich eingebaute Fenster doppelverglast sind und somit besser isoliert sind als normale Serienfenster. Zudem kannst Du Fenster wählen, die sich öffnen lassen und über eine Verblendung verfügen.

Dachhauben

Neben den Fenstern sorgen auch Dachhauben für eine gute Belüftung sowie ein angenehmes Raumgefühl. Je nach Größe des Campers kannst Du ein oder zwei Hauben einbauen. Hast Du ein Bad im Bus eingeplant, dann macht eine Haube oder alternativ ein Pilzlüfter Sinn. Achte aber darauf, dass die Dachhauben gut dicht sind. Andernfalls erlebst Du eine böse Überraschung, wenn Wasser eintritt.

Dämmen ist wichtig

Das Dämmen ist elementar, wenn Du lange Freude an Deinem Bus haben willst. Es sorgt nicht nur für ein angenehmes Raumklima, sondern schützt auch vor Rost. Du kannst dabei zwischen Mineralwolle, Kork und flexiblen Schäumen wählen. Bei  Offenporigen Dämmstoffen solltest Du zusätzlich eine Dampfsperre einziehen, damit keine Feuchtigkeit das Blech der Karosserie angreift. Flexible PE-Schaummatten sind wasserundurchlässig sowie leicht zu verkleben. Sie eignen sich optimal für die Dämmung von Wänden und Dach.

Einbau der Dachdämmung
Einbau der Dachdämmung ®Adobe Stock

Bequem Schlafen

Der erholsame Schlaf soll auch im Campingurlaub nicht zu kurz kommen. Fertige Schlafsitzbänke sind dafür die Kombi-Lösung. Sie werden tagsüber als Sitzbank genutzt und in der Nacht durch ein Schienensystem zu einem Bett umfunktioniert. Bei ausreichend Platz kannst Du die Sitzbank auch vom Schlafbereich trennen. Mit Kaltschaum kannst Du selbst eine Matratze nach Deinen Maßen anfertigen. Du solltest aber eine Unterkonstruktion dazu aus Abstandsgewebe oder einen Lattenrost mit einbauen, um Schimmel vorzubeugen. Alternativ zu einem festen Einbau kannst Du auch ein Feldbett nutzen. Es lässt sich schnell im inneren des Busses oder auch im Freien aufstellen.

Das Herzstück: die Inneneinrichtung

Die Inneneinrichtung ist das Herzstück Deines neuen Campingbus. Es gilt alles platzsparend unterzubringen. Du kannst Dich dabei für fertige Einbauelemente entscheiden oder selbst den Einbau übernehmen. Als Tipp empfiehlt es sich mit Klebeband Deine Ideen im Bus aufzukleben, um zu sehen ob eine Umsetzung Deiner Pläne möglich ist. Beachte dabei auch die Radkästen und natürlich das Gewicht Deiner Einbauteile.

Campingbus mit Innenausbau
Campingbus mit Innenausbau ®Adobe Stock

Neben festen Schränken musst Du entscheiden, ob Du beim Tisch auf feste Einbauten setzt oder variable Lösungen bevorzugst. Für Deine und die Sicherheit anderer musst Du gewährleisten, dass während der Fahrt alles sicher verstaut ist. Zur sicheren Verankerung verlege unter der Innenverkleidung entsprechende Montageleisten aus Metall oder Holz.

Dusche und Toilette

Das Bad darf natürlich nicht fehlen. Jedoch bietet ein kompakter Transporter nicht den nötigen Platz für den Einbau von Dusche und Toilette. Hier kannst Du auf mobile Varianten wie eine Trocken- oder Beuteltoilette sowie Solar- und Kanisterduschen zurückgreifen. Ebenfalls können auch nur Campingplätze mit Sanitären Anlagen angefahren werden.

Bei ausreichend Platz in großen Campingbussen kannst Du eine Kassettentoilette mit herausnehmbaren Tank einbauen. Beim Einbau der Dusche ist wichtig, dass die Bodenwanne über zwei Abläufe verfügt und die Rohre ausreichend Gefälle haben, damit das Wasser auch bei einer Schieflage des Campers abläuft. Außerdem solltest Du bei der Planung genügend Platz für die Wassertanks einplanen.

Die Küche

Die Küche darf natürlich im Campingbus nicht fehlen. Die einfachste Lösung ist ein Gaskochfeld mit einer Kartusche. Ebenfalls einfach im Handling sind Elektrokochplatten. Sie benötigen aber in der Regel einen Außenstromanschluss. Die dritte Alternative ist die Campingküche. Sie wird neben dem Bus aufgestellt und sorgt dafür, dass Du keine Kochgerüche im Inneren hast. Oft verfügen sie zusätzlich noch über ein Spülbecken.

Küchenzeile im Bus
Küchenzeile im Bus ®Adobe Stock

Fehlt nur noch der Kühlschrank in Deinem Campingbus. Für kompaktere Transporterbusse eignen sich Kühlboxen mit Kompressor. Es gibt sie in verschiedenen Größen und liefern auch bei hohen Außentemperaturen sehr gute Kühlleistungen. Ein fest eingebauter Kühlschrank ist bei einem großen Campingbus natürlich möglich. Prüfe aber vorher, ob sie vom Gewicht und der Stromleistung in Deine Gesamtplanung passen.

Umgebauter Transporter als Campingbus
Umgebauter Transporter als Campingbus ®Adobe Stock

Mit der richtigen Planung steht dem Urlaub im Campingbus Marke Eigenbau nichts im Weg. Bevor Du Dich voll und ganz Deinem Projekt Campingbus widmest, solltest Du eine sorgfältige Planung der Ausstattung Deines Campers durchführen und ausreichend Zeit einplanen, damit er bis zum Urlaub auch fertig ist. Und dann heißt es nur noch: Ab in die Werkstatt, auf dass der Urlaub bald beginnen kann!

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